Myself
meinen ersten Kontakt zur Fotografie hatte ich als kleiner Junge, als mir eine Kamera geschenkt wurde. Meine Mutter, mein Großvater und meine Großmutter waren alle leidenschaftliche Hobby-Fotografen, also war ich vom Medium schon immer fasziniert (trotz der langen DIA-Urlaubsbilder Abende, die ich heute bestimmt anders wertschätzen würde).
Meine ersten Motive waren so ziemlich alles, was mir vor die Kamera gekommen ist, meistens jedoch Freunde, Familie oder unsere Haustiere. Schnell hatte ich mich in meinem Freundeskreis als derjenige etabliert, der immer eine Kamera dabei hat und Erinnerungsbilder und Videos einfängt (damals hatten wir tatsächlich noch keine Smartphones).
Auch heute noch fange ich Feiern und besondere Momente in Leben meiner Liebsten fotografisch fest, schließlich weiß ich, wie wertvoll und bittersüß melancholisch diese Erinnerungsstücke sein können.
Ein Traum auf Eis gelegt
Mit 19 versuchte ich eine Ausbildung zum Fotografen zu finden, machte ein Praktikum und bekam die Zusage. Das Problem: Mit dem Ausbildungsgehalt hätte ich noch nicht einmal das Benzin und die Versicherung für ein Auto bezahlen können: Der Traum Fotograf zu werden wurde also auf Eis gelegt.
Ich machte mein Abitur nach, absolvierte ein Studium (Management sozialer Innovationen) und arbeitete im Bereich der Veranstaltungs- und Projektorganisation. Journalismus hatte mich schon immer fasziniert. Bereits während des Studiums arbeitete ich bei einem Studentenradio. Nach dem Studium gestaltete ich meinen eigenen Blog. Es fiel die Entscheidung in den Lokaljournalismus zu gehen.
Alte Liebe rostet nicht
In einer Mischung aus Schreiben, Recherche und Bilder schießen keimte wieder die alte Idee sich mit Fotografie selbstständig zu machen. Nachdem ich einen entscheidenden Push bekommen hatte, entschloss ich mich dieses wagemutige Unterfangen zu starten. Ich kündigte und stürzte mich kopfüber in die Selbstständigkeit.
Fotografie im Wandel
Der Beruf des Fotografen hat sich sehr geändert. Der ehemalige Ausbildungsberuf ist inzwischen eine reine Betitlung. Moderne Technik, die freie Verfügbarkeit von Fachwissen im Internet und vor allem die steigende Bedeutung von Bildern als Selbstdarstellung in Social Media haben die Branche massiv verändert.
Inzwischen beschäftigt sich auch der Instagram-Nutzer mit Beleuchtung, Technik und Bearbeitung, Analog zu fotografieren ist hip, einen Film entwickeln zu können sogar noch hipper und ehemalig aufwendiges Geheimwissen lässt sich heute mit einem Tapsen auf dem Bildschirm per App simulieren.
Ich halte das für einen modernen Fotografen, entgegen der stark vertretenen Meinung innerhalb der Branche, nicht für einen Nachteil. Warum sollte der Spaß nur einen beruflichen Fotografen vorenthalten sein?
Fotografie ist, wie alle andere moderne Technik, in einem ständigen Wandel. Sie wird dadurch einfacher, zugänglicher aber auch in gewissen Themenbereichen tiefer und komplizierter.
Ich glaube daher nicht, dass der "moderne", rein digitale Fotograf, ein leichteres Spiel hat. Sein Fokus, verschiebt sich nun lediglich auf andere Dinge. Zum Beispiel darauf ein Auge für ein gutes Bild zu haben, die Dreiheit aus Tiefe, Licht und Komposition zu beherrschen, zu wissen, wann welches Objektiv gebraucht wird und wie man mit Bildern eine Geschichte erzählen kann.
Der Fotograf schätzt wert
Fotografie hat einen wundervollen Selbstzweck. Denn an sich schafft sie nichts Neues. Schließlich nimmt der Fotograf etwas auf, was es schon gibt, etwas das bereits geschaffen ist.
Was bleibt ist ein Augenblick, eine individuelle Perspektive, eine Wertschätzung. In unserer überfüllten, oft überfordernden Welt was ist schöner als ein Handwerk, welches nichts Neues schafft und stattdessen einfach das wertschätzt das bereits ist.